

Als letzte Stadt der Welt hat Los Angeles die Münchner Orientierungskonvention übernommen. Mit dieser hier längst genutzten Art der Orientierung kann man sich auf fremdem Terrain ohne Hilfsmittel bewegen, d. h. ohne Postleitzahlen, Adressen oder Navigationsgeräte. Schilder sind ja ohnehin seit 2016 abgeschafft. Man erinnert sich heute schon gar nicht mehr an die ersten Anpassungsschwierigkeiten. Was ebenfalls die wenigsten wissen, ist der Grund für die Umstellung. So lag es hauptsächlich am rapiden Wachstum der Menschheit: Waren anfangs die einfachen Benennungen mit Zahlen sinnvoll, so sind diese in unserer globalen Epoche nahezu unbrauchbar geworden. Um der Welt und ihren 21 Milliarden Bewohnern etwas von ihrer Komplexität zu nehmen, wurde die Münchner Orientierungskonvention 2027 eingeführt. Und mit dem heutigen Tag sind ihre kinderlogischen Positionsleitzahlen zum weltweiten Standard geworden: Ihre grundlegende Aufteilung des Horizonts in 12 Richtungen, also einer Orientierungsmethode, die von Pfadfindern, Sehbehinderten und Piloten schon vor über 100 Jahren benutzt wurde, vereinfachte die unübersichtlich gewordenen Benennungen.
Der Mensch lernt wieder, sich mehr auf sich selbst zu verlassen – ein Wesenszug der ihn schließlich zur jetzigen Evolutionsstufe gebracht hat. Das einzige technische Gerät, was er zusätzlich braucht ist sein Mobile-Transponder mit Handy-Funktion. Damit können Informationen mit dem Suchgitter im Stadtplan verglichen werden bzw. Adressen gespeichert werden, denn so ganz ohne Technik geht es wohl dann doch nicht mehr.
Buenos Aires. Je schneller sich die Menschheit entwickelt, desto mehr vergessen viele Menschen ihre Herkunft. Dabei stecken in unserer Geschichte die meisten Lösungen für die Zukunft und Gegenwart. Damit Geleistetes und Vergangenes nicht in Vergessenheit gerät, sind ab heute nicht nur tagespolitische Inhalte und Nachrichten erlebbar, sondern auch historische. Das Besondere ist, dass man sie dort lesen kann, wo sie auch passiert sind. Denn beinahe jedem Ort ist auf die GPS-Koordinate genau mindestens eine Nachricht zugeordnet. So kann man durch Ruinen wandern oder über Schlachtfelder gehen und Geschichte unmittelbar erleben. Daneben können Bücher an historischen Schauplätzen gelesen werden. Der Zugang zu diesem riesigen digitalen Archiv ist kostenlos, schließlich basiert es auf Knowplex. Das einzige Hilfsmittel, das man benötigt, ist ein ca. 2 cm großes Empfangsgerät: Der n-caster. Dieser registriert die via GPS hinterlegten geschichtsträchtigen Informationen eines Ortes und gibt sie mit seinen lichtstarken LED-Projektionen auf Gedankenimpuls wieder.
Mit dem n-caster leben die Nachrichten dort wieder auf, wo sie auch passiert sind. Anders als in einem großen Museum, erlebt man mit dem n-caster seine Umwelt noch mal neu. Viele Schulen haben bereits erste Geräte geordert und wollen so neue Lust auf die alte Welt machen, z.B. von 2009. Die Erfinder warnen aber davor, das Gerät beispielsweise im Flugmobil anzumachen, denn ein plötzlich auftauchender Napoleon könnte doch zu sehr vom Verkehr ablenken.
Kurz vor seinem 90sten Geburtstag eröffnet Weltbildungsminister Steve Jelz, vierzehn neue Fachrichtungen an der MP3-Academy. U.a. bietet die Universität neue Studienfächer wie "Work-Life-Balance-Management" bis "Technic-Design". Wie die bisherigen Studienfächer sind auch die neuen reine Onlinekurse und können ausschließlich mit einem MP3-Converter gebucht werden. Den Abschluss bildet eine Diplomprüfung nach dem international anerkannten Standard. Studiengebühren werden nicht erhoben und auch die neuen Studienplätze sind wieder vollständig werbe- und sponsorenfinanziert.
Seit Einführung der MP3-Academy vor drei Jahren haben bereits 148 Millionen Studenten weltweit an den Kursen teilgenommen, rund 60% haben mit einem Diplom abgeschlossen – dem sogenannten Master of MP3 (MoM). Neben dem neuartigen Studienverfahren sind vor allem die international anerkannten Standards beliebt, mit denen Absolventen sich via MP3-Player auf Stellenausschreibungen bewerben können. Revolutionär war der Schritt von klassischen Fachausrichtungen zu kombinierten Studiengängen, die sich immer wieder den sich ändernden Anforderungen anpassen und nahezu uneingeschränkt erweiterbar sind. Jelz’ persönliches Steckenpferd, der Kurs "Digitale Philosophie" wird wie jedes Semester vom Weltbildungsminister persönlich abgehalten. Als einziger zugangsbeschränkter Kurs mit einer maximalen Studentenzahl von 100.000 Teilnehmern ist er bereits Sekunden nach der ersten Einschreibemöglichkeit komplett belegt. Probleme sehen vor allem Professoren alter Schule und weisen darauf hin, dass es Studenten mit alten Abschlüssen auf dem Jobmarkt schwerer hätten und davon abgesehen Steve Jelz zwar studiert, aber nie erfolgreich abgeschlossen habe.
Wie die internationale Raumfahrtbehörde in Bangladesh gestern bekannt gegeben hat, wird das Zulassungsverfahren für die Pilotenausbildung auf dem Mond verändert. Schließlich sind seit Bekanntwerden des Umstands, dass die Lebenserwartung von Raumpiloten aufgrund der geringen Schwerkraftverhältnisse im Weltall um 35 % über der von Erdbewohnern liegt, die Bewerbungen für die Pilotenausbildung in astronomische Höhen geschnellt. Die Server der Raumfahrtbehörde, die noch auf dem Stand von 2024 sind, waren auf einen solchen Ansturm nicht vorbereitet. In der Folge der Serverüberlastung blieben die Internetseiten schwarz – ganz so, wie die ehemals dunkle Seite des Mondes. Der älteste Bewerber, so vermeldet die Behörde, ist ein 78 jähriger Japaner. Die unendlichen Weiten des Weltalls scheinen die Sehnsucht immer älter werden zu wollen, noch zu erhöhen. Zwar wird die Zahl der so genannten Moon-Cards (Nachfolger der Green Card) erhöht, doch ist die Infrastruktur des Mondes bei Weitem noch nicht auf einen solchen Andrang ausgelegt. So gibt es erst drei interstellare Kindergärten und zu wenig Einkaufsmöglichkeiten. Dr. Eisenstein, der Leiter der Mond-Kommission, bittet um Nachsicht, dass nicht jeder seinen Traum vom Leben auf dem Mond oder im Weltraum in nächster Zukunft erfüllen kann. Weiterhin führt er auch die Nebenwirkungen des Weltraum-Daseins aus. Einen Nachteil hat die fehlende Erdanziehung nämlich doch: wegen der geringen Belastung verliert die Muskulatur ihre Notwendigkeit und verödet. Eine Rückkehr zur Erde, ist dann unter Umständen sehr anstrengend.
Berlin. Immer mehr Kinder brennen darauf, morgens in die Schule zu gehen. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie, die kürzlich die Motivation Deutscher Kinder in einer groß angelegten Untersuchung unter die Lupe nahm. Grund für die neue Euphorie am Lernen ist den Wissenschaftlern zufolge die neue technische Ausstattung der Klassenräume: Die Integration der neuesten Generation sprachgesteuerter Computer mit schnellster Internettechnologie an jedem Schulpult sowie die Einführung der Holographietechnik an Stelle der herkömmlichen Tafel kommt der Neugier der Schüler auf Technik und Kreativität entgegen. "Das erste Mal in der Geschichte ist die Technik in den Schulen der der meisten Kinderzimmer überlegen - das macht es für die jungen Leute attraktiver freiwillig in die Schule zu gehen. Hier führen moderne pädagogische Konzepte im Einklang mit aktuellster technologischer Ausstattung zum Erfolg.", dokumentiert Prof. Tech, Koautor der Studie, seine Erkenntnisse.