

Eilmeldung. Nachdem die Echtzeitkanäle vor 10 Minuten berichteten, dass es bald das erste fliegende Auto geben wird, erteilte ein führender Autokonzern auf einer kurzfristig einberufenen Holo-Konferenz der Vision eine klare Absage. Fakt ist, dass bei sämtlichen Tochtergesellschaften die Aeroforschung eingestellt wird. "Wir haben die Situation lange beobachtet und viele Verhandlungen geführt. Leider ist es für uns unmöglich, beim derzeitigen Stand des Patentsystems weitere Ressourcen zu investieren", so CEO Kaito Yoshida.
Dabei sind seit Jahren alle Voraussetzungen erfüllt, um das lang ersehnte fliegende Auto Realität werden zu lassen: Intelligente Autopilotsysteme, die dank GPS-IV nun in allen drei Dimensionen sicher zum Ziel navigieren, kalte Fusion und hocheffiziente Sonnenkollektoren zur sauberen Energieversorgung sowie das Luftpolster zum Schutz der Passagiere bei Aufprall. Doch diese Technologien werden von ihren Patenthaltern energisch behütet. Yoshida: "Diese Systeme stehen für uns leider hinter Gittern. Wir kommen zu keiner Einigung." Ein UN-Komitee soll nun untersuchen, inwiefern die Umstände gelöst werden können. Aber das kann Jahre dauern.
Lissabon. Endlich ist möglich, was vor 30 Jahren noch Stoff für Science Fiction-Träume war: Beamkapseln, oder wie es richtig heißt: Atomare Lichtgeschwindigkeitsfelder, die in nur einem Wimpernschlag Reisen um die halbe Welt ermöglichen. Dank der polaren Aufladung der jeweiligen Abflugs- und Ankunftskapsel gleichen sich dabei die Teilchenströme in Lichtgeschwindigkeit aus, der Körper wird unversehrt von A nach B transportiert. Die unbegrenzten Möglichkeiten haben aber auch ihre Nachteile so Paul Nähdorf, Manager bei einem Internetsuchmaschinenanbieter, und berichtet über einen Montag in einer ab jetzt ganz normalen Arbeitswoche:
"Ortszeit, 6:30 in München. Schnell die Kinder auf die Stirn geküsst und raus aus dem Haus. Frühstücksmeeting mit Berliner Kollegen zum Statusmeeting in Berlin um 7:00. Bei der Beam-Flüssigkeit, die vor jedem Transport getrunken werden muss, leichte Übelkeit. Nach Berlin und einem leichten Bagel mit neuen Ideen und Aufgaben in die Woche. Termin in Tokio vorbereiten, in einem Coffeeshop am Kurfürstendamm. Die Japaner mögen deutsche Pünktlichkeit, also den Beamslot um 9:20 nehmen für den Termin um 10:00. Die Uhr noch umstellen, kurz durchatmen, rein in das Bürogebäude. Der Termin zieht sich über die nächsten drei Stunden, meine innere Uhr sagt mir es sei Zeit für Mittagessen, in Tokio ist es schon 20:00h, also geht es auf ein Business Lunch (für mich), für die Kollegen ist es jedoch ein Abendessen. Danach wieder zur Beamkapsel, den unvermeintlichen Cocktail trinken, einmal rund um die Welt nach Amerika. In New York kurz ein Bewerbungsgespräch führen, Ortszeit: 11:00 am Vormittag, für mich jedoch ist fast schon Feierabend. Gegen 20:00 Ortszeit erreiche ich die Münchener Beamkapsel. Von hier geht es sofort zum Fußballtraining und dann schnell ins Bett. Morgen geht es nach Miami, Hamburg und Sydney und hoffentlich auch mal kurz zur Familie."
Auf der S26 zwischen Hamburg und München heißt es ab Ende des Monats: "Schlafmaske einpacken!" Die bisher längste verkehrsautomatisierte Schnellstraße Deutschlands feiert Eröffnung. Auf der 780 Kilometer langen Fahrtstrecke mit satellitengestütztem Verkehrsleitsystem gleiten die Fahrzeuge wie auf Schienen nebeneinander. Mit einer steten Geschwindigkeit von 125 km/h können sowohl Verbrennungsmotoren, als auch Elektrowagen mithalten, Stau gibt es keinen. "Die Strecke bietet wie schon ihre Vorgänger, die S12 Köln-Berlin und die S1 Frankfurt-Düsseldorf vollsten Komfort: Die Autonomie des eigenen Fahrzeugs mit dem Reisegenuss des öffentlichen Personenverkehrs" fasst Jörn Leunfeld, Projektleiter und Bundesverkehrsminister, zusammen.
Die Funktion der automatisierten Schnellstraße basiert auf moderner Infrarot-Technologie, gekoppelt mit einem Autoscan-Chip in jedem Wagen. An der Einstiegsstelle zur Autobahn werden die Fahrzeuge nach Ausmaß und Motorisierung gemessen, um dann in den fließenden Verkehr eingegliedert zu werden.
Ab 30. November wird die neue Strecke für den Privatverkehr geöffnet. Die Mautgebühr für die volle Strecke von Hamburg nach München beträgt 20 Euro pro Fahrzeug. Wenn man aber dann im fließenden Verkehr ist, wird man nur in den seltensten Fällen schlafen können, denn der Anblick dieses gigantischen ferngelenkten Stroms ist immer etwas Besonderes.
Beirut. Die Vereinigung der Automobilhersteller gibt bekannt, dass ab diesem Monat keine Autos mehr verkauft werden, zumindest nicht an Privatpersonen. Damit reagiert man auf die ohnehin geringen Verkaufszahlen, für die maßgeblich die so genannten Miettankstellen sorgen. Dort stehen Autos rund um die Uhr zu günstigen Konditionen bereit. Der Besitz eines Autos wird zum lästigen und unnötigen Element. Da seit 2014 nur noch Autos mit Elektro- Solar- oder Wasserstoffantrieb auf deutschen Straßen fahren durften, gab es viele aufgegebene Tankstellen, die so einem neuen, ökologischen Nutzen zugeführt wurden. Ausstattung, Standort und Anmietung der Mietfahrzeuge werden über mobile Endgeräte abgewickelt und man entriegelt das gemietete Fahrzeug mittels Code. Danach lässt man das Auto einfach an seinem Zielort oder gegebenenfalls an einer Minitankstelle stehen. Dank der automatischen Rückhol- und Wartungssysteme, die für optimierte Verfügbarkeit und besten Service sorgen, wird auch niemand ein eigenes Auto vermissen – im Gegenteil.
Hamburg. Nachdem die 2-5 Personen-Räder in allen Städten der Welt einen Boom erleben, zieht als erste deutsche Großstadt die Hansestadt Hamburg die Konsequenz. Ab Mai gibt es im Stadtgebiet von Hamburg Deutschlands ersten eigenen Tandem-Radweg. Die Strecke ist 1 Meter breiter als gewöhnliche Radwege und führt von Blankenese bis nach Altona. Natürlich haben auch diese Räder wie alle anderen Fahrräder Vorrang und immer Vorfahrt. Aber Autos gibt es ja sowieso nicht mehr viele.
Stuttgart. Die meisten Autos werden ab demnächst nur noch einen Euro kosten. Statt einem einmaligen Kaufpreis werden Fahrzeuge dann mit einem Zweijahresvertrag zum Energieumsatz angeboten. Das funktioniert wie am Anfang des Jahrhunderts beim Handy: Auto für einen Euro kaufen und nur den Mindestenergieumsatz von 150 Euro im Monat bezahlen. Zu betanken sind die Gratis-Autos (mit Solar-Strom) an allen gängigen Vertragstankstellen. Nach Ende der Vertragslaufzeit kann das Auto einfach wieder abgegeben werden. Es wird aufgearbeitet und erneut angeboten. In regelmäßigen Intervallen wird es auch zu 100% recycelt.
Berlin. Eine neue Technologie macht das "Beamen" auf Fernreisen wesentlich energieeffizienter. Wie ein großer Deutscher Technikdienstleister heute Vormittag vermeldet hat, lassen sich Reisen so über mehrere tausend Kilometer nicht nur in weniger Sekunden, sondern auch mit 50% weniger Energieaufwand als bisher realisieren. Mit der Marktreife des Systems wird zu Beginn des kommenden Jahres gerechnet. Der Energieaufwand ist damit so niedrig wie noch nie. Verglichen mit der Zeit vor der globalen Dürre braucht man nur noch eine kleine AAA-Batterie, um 10.000 Menschen fortzubewegen.
Unser Reporter Hartmut Rodriguez ist einer der ersten, die ihn testen durfte: den ökologischen Mini-Zeppelin. Im Gegensatz zum bald antiken Auto besitzt dieser viel weniger schädliche Umwelteinflüsse. Außerdem benötigt er keine Straßen. Straßen, die gebaut und instand gehalten werden müssen. Die man sie mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen muss. Dabei liegt die Lösung schon so lange über uns, nämlich in der Luft. Menschen können jetzt mit den kleinen Zeppelinen zur Arbeit und zum Einkaufen "fahren". Die Technik ist so einfach wie genial: Privat-Zeppeline für bis zu 7 Personen werden schwebend geparkt und können direkt in der "Garage" mit dem neu entwickelten und ungefährlichen Krelon-Gas betankt werden. Der Antrieb erfolgt über sonnengespeiste Elektromotoren und als Solarkollektor dient eine speziell beschichtete und dadurch hocheffiziente Außenhülle. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch. Navigationssysteme finden programmierte Ziele, nutzen eigene Luftkorridore und Parkplätze. So kommen Sie nie den Flugzeugen in die Quere. Vor allem nicht seit der Langstrecken-Personenflugverkehr im Jahr 2026 komplett außerhalb der Atmosphäre stattfindet.
Im Ganzen also eine runde bzw. konische Sache. Das meinte auch Hartmut Rodriguez, der dank Anti-Flugangst-Pille kaum abwarten kann, sich einen eigenen zu kaufen. Und dann wird er wahr, der Traum vom Fliegen. Wenn die Zeppeline nicht genutzt werden und nur in der Luft parken, produzieren sie Strom – je Zeppelin kann das für bis zu 4000 Haushalte sein. Ein schöner Nebenverdienst, der vielen den Umstieg sehr leicht machen wird.