

Computer- und Konsolenspiele werden erstmals bei den Olympischen Spielen 2032 von Gelsenkirchen zugelassen. Das IOC gab in einem offiziellen Statement bekannt, dass die meisten Spiele Reaktionsvermögen, Fitness und strategisches Denken mehr förderten als klassische Sportarten. Computerspiele haben sich demnach endgültig emanzipiert. Traditionelle Sportarten sind inzwischen zu einer Art Nischenexistenz verkommen. Die Dopingproblematik des "realen" Sports hat man auch nicht, wobei zunehmend Spieler über Tage durchspielen. Sie nutzen dafür aber meistens das legale Hirndoping oder den guten alten Kaffee. Der Zugang zu diesen neuen Sportarten ist für alle Beteiligten leichter als das Lernen einer speziellen Sportart. Ein Rechner reicht aus und jeder kann sich mit jedem im fairen Wettstreit messen. Lothar Matthäus, Vorsitzender des IOC, sprach sich aber dafür aus, echten Fußball nicht ganz aufzugeben und zumindest ab und an mal einen Rasen zu betreten.
Hamburg. Bodenständig, hanseatisch, traditionell. Es gibt viele Worte, die zu einer Legende wie Uwe Seeler passen würden. Genau diese Attribute sind jedoch auf den Heimatverein von "Uns Uwe" nicht wirklich zutreffend anzuwenden. Zu sehr wurden in den letzen Jahren genau gegenteilige Werte priorisiert. Deutschland alleine reichte dem HSV schon lange nicht mehr. Wer sollte es den Hamburgern verdenken. Zu erfolgreich präsentierte sich der Verein in der chinesischen Zhong Automobile League, was eine Dauerteilnahme an der Weltliga ermöglichte. Die finanziell erfolgreichen Spielzeiten haben dem Verein zwar ein pralles Bankkonto beschert, Fannähe wurde jedoch immer weniger gezeigt. Vielleicht ist der gestern verkündete neue Namenspatron der HSV-Arena deshalb auch als ein Einsehen der Verantwortlichen zu sehen, sich wieder ein wenig mehr auf seine eigenen Tugenden zu besinnen. Sicherlich gibt es dafür keinen besseren als den 93-jährigen Uwe Seeler. Und wer weiß, vielleicht ist der HSV hier wieder Vorreiter für die Liga. So war es ja auch 2001, als er als erster nationaler Bundesligist seinen Stadionnamen mit einem Sponsor schmückte.
Madrid. Fast ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, nun feiert der Chemnitzer SV nach dem 4:2-Sieg über Real Madrid seinen zweiten Champions League-Titel nach 2020. Es ist Zugleich der Triumph eines absoluten Novums im internationalen Fußball. Denn der Chemnitzer SV spielt als erster Verein der Welt mit einer gemischten Mannschaft.
Den Unterschied in einem furiosen Finale machten dann auch nicht Stars wie Madrids Leo oder der Chemnitzer ZeMarcello, sondern besonders eine von vier Frauen im Team: Lea Dahlmann, Tochter von Rekordfußballerin Birgit Dahlmann. Die erst 19-jährige hatte mit ihren Toren zum Endstand von 11:6 maßgeblichen Anteil am Sieg.
Gegen die quirlige Stürmerin sah nicht zuletzt Abwehrchef und Weltfußballer Valente oft wie ein unbeweglicher Riese aus. So brachte Dahlmann die Hintermannschaft der Spanier nicht nur bei ihren Toren in arge Bedrängnis. Die Madrilenen fanden nie eine Antwort auf Dahlmanns Tempodribblings. Dabei hätte Trainer Raul gewarnt sein müssen. Seit Saisonbeginn sorgt Dahlmann mit 18 Toren in 29 Spielen für Aufsehen.
Nach dem Spiel zeigte sich Raul dann auch entsprechend einsichtig: "Wir haben sie nicht ernst genug genommen." Die spanische Zeitung Marca titelt gar: "Kein Galaktischer bereit für den Tanz mit der Fußball-Prinzessin" und verglich Dahlmann sogleich mit dem jungen Lionel Messi. Chemnitz-Trainer Ottmar Hitzfeld zeigte sich zufrieden: "Lea hat endgültig bewiesen, dass Frauen auf höchstem Niveau mitspielen können."
Die Hochgelobte selbst gab sich dennoch bescheiden: "Das war ein gutes Spiel, wir werden sehen, was die nächste Saison bringt. Es ist natürlich schön, gleich mit so einem Titel zu starten." Bei der Frage nach den sechs Real-Spielern, von denen sie sich nach dem Spiel umringt fand, kann sie sich aber ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen: "Die wollten alle mein Trikot." Das dürfte nach dem gestrigen Abend nicht nur den Madrider Profis so gehen.
Shanghai. Als erste von rund einem Dutzend neuer Sportarten wird Cross-Golf zu den Olympischen Spielen 2032 zugelassen. Cross-Golf heißt nicht anderes, als Golf ohne Begrenzungen zu spielen. Mit einer speziellen Cross-Golf Schaufel werden zuerst kleine Löcher gegraben und mit Fahnen gekennzeichnet. Dann geht es schon los. Das Gelände sollte dabei so abwechslungsreich wie möglich sein. Besonders geeignet: Baustellen, Steinbrüche und bergige Landschaften. Auch gerne ausgewählt werden Ziele mit besonderem Schwierigkeitsgrad, wie Autobahn-Inseln oder Supermarktparkplätze. Die ursprünglichen Initiatoren von Cross-Golf, denen es vor allem um den Wertebruch und die Auflösung elitärer Strukturen ging, wähnen sich am Ziel, spielen aber selbst inzwischen lieber Schwerkraft-Golf oder Dinosaurier-Polo.
Die Entscheidung steht: Die FIFA ändert das bislang geltende Spielsystem im Profifußball und zollt damit den immer weiter steigenden Ausgaben für Spielertransfers und Ablösesummen Tribut. Ab kommender Saison werden deshalb drei Halbzeiten zu je 30 Minuten gespielt, im Fall einer Verlängerung kommt sogar noch eine vierte hinzu. Es ergeben sich durch diesen Systemwechsel mehr werberelevante Pausen. Branchenkenner schätzen allein den Umsatzzuwachs durch die neuen Pausen auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Kenner der Szene gehen aber davon aus, dass das auch nicht reichen wird. Schon gar nicht, um den teuersten Spieler der Welt – den neunjährigen Xhag Pao zu finanzieren.
Der schwäbische Sportswear-Spezialist Haiku-delta bietet ab kommenden Montag Ganz-Körper-Overalls mit eingebauter Handy- und Internet-Kommunikation-Fähigkeit. Über den eingebauten Gehirnwellen-Frequenz-Analysator unsichtbar und unmerkbar im Anzug verwebt werden sämtliche Funktionen des Super-Anzugs aktiviert. Der Anzug ist insgesamt nur ganze 23 Gramm schwer – vor allem wegen des Akkus. Kostenpunkt des ganzen Anzugs: ca. 380 deutsche Yen. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Firma ihren Erfolg mit dem selbstreinigenden Anzug, den man noch nicht mal zum Duschen ausziehen muss und den heute eigentlich jeder trägt, wiederholen kann. Vor allem da man sein Handy jetzt nicht mehr verlieren kann. Die heute nur noch Fingernagel großen Alleskönner sind schließlich leicht zu übersehen.
Monaco. In der neu gegründeten Formel 4, die ausschließlich Biogas-Fahrzeuge zulässt, haben sich erste Rennställe formiert. Neben den großen Fahrzeugherstellern haben sich auch die Motorsport-Newcomer eines französischen Käseherstellers für die neue Königsklasse qualifizieren können. Das Unternehmen, das als erster Käsehersteller hauseigene Biogase für industrielle Zwecke einsetzt, rechnet sich gute Chancen auf eine gelungene Saison aus. In die Kritik geraten ist allerdings die überbordende werbliche Nutzung der Formel 4. Schon vor dem ersten offiziellen Rennen werden eher die Sponsoren, als der Sport kommuniziert.
London. Bank District. Fünf gegen Fünf – das Mannschaftsboxen gewinnt immer mehr Freunde. Die neue Sportart, die ihren Ursprung im Straßenkampf der Pariser Vorstädte hat, wird heute allerdings bevorzugt von der englischen Upper Class betrieben. Fernsehstationen aus aller Welt sind begeistert von den packenden Kampfszenen und sprechen bereits von einer weltweiten Bewegung. Schon im nächsten Jahr, so Verbandssprecher G. Clooney, wird man mehr aktive Mitglieder als die großen Golfverbände zählen.